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Podologische Komplexbehandlung, was ist das? - Podogedanken / Blog - Praxis für Podologie in Bamberg

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Podologische Komplexbehandlung, was ist das?

Praxis für Podologie in Bamberg
Herausgegeben von in Podo-Arbeit ·
Tags: FußpflegeBehandlungWarzeHühneraugeTherapeuthAusbildungFortbildung

Was ist das?
Auf den ersten Blick nichts anderes als die Fußpflege.
Ja stimmt eigentlich auch. Nur, dass da noch die unsichtbare Leistung dazu kommt.

Wenn ein Patient zu mit kommt, dann geht ein kleiner Ritus in mir los.
- wie läuft er? sicher oder nicht? kommen beide Beine gleichmäßig, schlurft eines?
- welche Schuhe trägt er? Passen diese zum:
                           Gangbild?
                           Gewicht?
                            Fuss?
                           Anlass?
- wie ist der Strumpf beschaffen? Material und Verarbeitung haben oft einen großen Einfluss auf den Fuß.
Wenn der Fuß dann unbekleidet ist schaue ich mir die Nägel und die Haut an und mache eine erste Bewertung dessen, was ich da sehe.
Haut - Temperatur, Farbe, Beschaffenheit
Nägel - Farbe, Stärke, Länge

Bis dahin hat der Patient wenig mitbekommen, dass überhaupt schon was passiert ist.
Ob und was ich dann anspreche hängt von der Situation, dem akuten Beschwerdebild des Patienten und vielen anderen Faktoren ab. So kann ich in einer Demensabteilung der Senioreneinrichtung nicht so agieren wie in der Praxis.

Gleich ist dann die Behandlung der Nägel und Haut. Kürzen, entgraten, Hornhaut entfernen.

Aber was ich mache ist Prävention. So wird der Ursache für eine Schwiele oder einem Hühnerauge auf den Grund gegangen und nach Möglichkeit entfernt. Ob es nur an falschen, zu kleinen / engen Schuhen liegt oder eine Fußfehlform beurteilt werden muß ist Teil der podologischen Ausbildung. Einen Spreizfuß zu erkennen ist oft nicht einfach, weil eben fast jeder ab einem gewissen Alter genau diesen hat. Aber welche Folgen hat dieser? Wer ist jetzt der Ansprechpartner? Hausarzt, Orthopäde oder orthopädischer Schuhmacher? Oder reicht eine einfache Schuhberatung aus?

Genauso Veränderungen der Haut. Leberfleck oder Altersfleck oder doch lieber mal zum Dermatologen um einen Hautkrebs auszuschließen?

Warze oder Hühnerauge?
Hautpilz oder Schuppenflechte?
Nagelpilz oder nur verdickter Nagel (Holznagel)

Viele Dinge sind zu beurteilen. Da ist auch schon ein Hinweis darauf, warum man bei der Wahl des Therapeuten Umsicht walten lassen sollte. Ausbildung und Fortbildung ist eben ein wichtiger Hinweis gut behandelt zu werden.

Der große Anteil der Patienten ist der Diabetiker. Dieser erhält oft auch die Behandlung von Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt.
Warum ist das jetzt wichtig?
Der Diabetiker ist ein Sonderfall, der mit besonderer Umsicht behandelt werden muß.
Warum?
Es ist bekannt, dass die Regulierung durch die Nerven gestört ist.
Damit ist gemeint:
- Nerven, welche die Bewegung steuern.
- Nerven, welche die Temperatureinstellung steuern.
- Nerven, welche die Hautversorgung steuern.
- Nerven, welche die Schmerzempfindung steuern.
usw...
Da wird es klar. Haut, die nicht richtig mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird verändert sich, wird dünner, brüchiger, trocknet aus. Als Folge davon reisst diese dann ein und jede Infektion kann sich festsetzen und ausbreiten. Der Säureschutzmantel der Haut ist unvollständig oder gar nicht mehr vorhanden. Die Aufgabe, dass er die Mikroorganismen auf ein verträgliches Maß reduziert kann er nicht mehr wahrnehmen.

Diesen und anderen Gefahren kann in einer podologischen Behandlung erkannt und oft auch gebant werden. So zum Beispiel durch die Beratung das passende Pflegeprodukt zu benutzen. Nach einem Sichtbefund ist der Podologe dazu besser in der Lage, als eine Verkäuferin im Drogeriemarkt.
Und in diesem Zusammenhang immer wieder die Hygiene. Es darf nicht passieren, dass sich ein Patient - ob Diabetiker oder nicht -  eine Infektion bei der Fußpflege holt. Besonders aber Diabetiker mit einem niedrigen eigenem Infektionsschutz gelten als Risikopatienten.
Dieser Umstand macht aus einer Fußpflege eine podologische Komplexbehandlung. Somit ist es hoffentlich klar geworden, dass Fußpflege, wenn sie richtig gehandhabt wird immer eine komplexe Aktion ist. Die Zusammenhänge von Ernährung, Hygiene, Gewicht, Rauchen, Trinken, Sport, körperliche Defizite, Medikation lassen schnell aus einem Menschen einen Risikopatienten werden. Und dieser bedarf einer komplexen Beratung und Therapeuten mit einem umfassenden Wissen.

Das hat dann auch nichts mit einer ärztlichen Verordnung zu tun, sondern mit meinem Bild des Berufes.


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